FUE in general

Was versteht man unter einer FUE (Follicular Unit Extraction)?















Die Follicular Unit Extraction ist eine Technik, um einem Spendergebiet - in der Regel dem Haarkranz, aber in manchen Fällen auch vom Rücken oder dem Brustbereich (soweit vorhanden) - Haare zu entnehmen. Im Gegensatz zur FUT werden der Kopfhaut durch die FUE-Technik einzelne Haarwurzelgruppen oder einzelne Haareinheiten, die so genannten follikulären Einheiten entnommen.
Die FUE nutzt dazu kleinste kreisförmige Punches, die im Durchmesser etwa 0,8 bis maximal 0,95mm betragen. Diese führen sehr kleine Einschnitte im Bereich über der follikulären Einheit direkt auf der Kopfhaut durch. Die Größe der Punches ist von extremer Bedeutung: Sind sie zu klein, ist es oftmals nicht möglich die notwendige Anzahl an Haaren pro follikulärer Einheit zu extrahieren - das Risiko einer Beschädigung der zu extrahierenden Haarwurzel steigt an. Ist jedoch der Durchmesser zu groß, so ist es eigentlich keine FUE im eigentlich Sinn, sondern eine veralterte Entnahmeform (Plug-Technik), die den Namen FUE eigentlich nicht verdient.
Manchmal werden FUT und FUE als zwei komplett unterschiedliche Entnahmetechniken gesehen, was so nicht ganz richtig ist. Die FUE ist eine Unterform der FUT, bei der follikulare Einheiten der Kopfhaut entweder in Form eines Hautstreifens entnommen und danach mikroskopisch für die Haartransplantation vorbereitet werden oder die Units werden der Kopfhaut mittels FUE-Technik einzeln entnommen, vorbereitet und transplantiert. Der Unterschied zwischen FUE und FUT besteht lediglich in der Entnahmemethode des Eigenhaars, denn eine Transplantation findet in beiden Fällen statt.
Die FUE ist demnach eine perfekte Ergänzung und gibt vor allem jüngeren Patienten eine vorher nicht dagewesene Option.
 


Wer eignet sich für eine FUE? Die Vorteile der FUE.

Der größte Vorteil der Follicular Unit Extraction ist die Vermeidung einer linienförmigen Narben im Bereich des Spendergebietes. Nach lege artis (allen Regeln und Gesetzen der Kunst/des Könnens) ist nach einer korrekt durchgeführten FUE-Behandlung ist meist nicht mehr erkennbar, dass jemals eine Haartransplantation stattgefunden hat. Vorteilhaft für den Patienten, der nach der Behandlung einen Kurzhaarschnitt tragen möchte – auch wenn die Haare kürzer als 1 cm sind.

Bei einer FUE können Narben entstehen, die in Form von kleinen weißen Punkten auf der Kopfhaut sichtbar sind. Die mögliche Narbenbildung hängt von unterschiedlichen Faktoren ab; so zum Beispiel von der Hautbeschaffenheit sowie der Auswahl der Punchs, der Eindringtiefe des Punches, der Anzahl der entnommenen Haarwurzelgruppen pro Quadratzentimeter und anderen, die im Einzelfall und bereits im Vorfeld untersucht werden können.

Fast uneingeschränkt empfehlenswert ist eine FUE-Behandlung für Patienten, die nur eine kleine Anzahl von Eigenhaartransplantaten benötigen und wünschen. Ist der altersbedingte, zukünftige Haarverlust nicht genau vorhersagbar, kann eine FUE ebenfalls große Vorteile bieten.





Manche Patienten rasieren sich lieber den Kopf, weil es sie nicht so sehr stört, wenn sich bei ihnen im Laufe der Zeit eine Tonsur oder Haarausfall auf dem Kopf einstellt. Die FUE bietet in diesem Fall die Möglichkeit den Haarverlust in 1 bis 2 kleinen Behandlungen aufzuhalten und ermöglicht es Patienten dennoch eine sehr kurze Frisur zu tragen oder auch das Kopfhaar auf wenige Millimeter zu rasieren.

Patienten, die bereits eine Streifenentnahme bzw. -behandlung durchführen ließen und deren Kopfhaut im Bereich der Hinterkopfes, also des Spenderbereiches, eine erneute Entnahme eines Hautstreifens sehr schwierig macht, können durch mit Hilfe der FUE oftmals erfolgreich behandelt werden, denn mittels einer FUE können in diesen Fällen doch noch Grafts entnommen werden. Eine andere Möglichkeit ist es, die FUE mit einer Streifen-OP zu kombinieren, dadurch kann die Gesamtzahl der in einer Behandlung zur Verfügung stehenden Transplantate deutlich erhöht werden. Die FUE eignet sich ebenfalls für Patienten, die eine große, lineare Narbe einer erfolgten FUT mittels Streifenentnahme verbergen möchten.
 

Das risikofreie und vorsichtige Vorgehen im Bereich des Spendergebietes (Safe Donor Site Management)


Einer der wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Wiederherstellung der Haarsituation ist die effiziente Nutzung, bzw. der bestmögliche Umgang mit dem Spendergebiet: Um ein „risikofreies“ und „sicheres“ Vorgehen (Safe Donor Site Management) zu gewährleisten, muss der Haarchirurg verstehen, wie er das Spendergebiet des Patienten einzuschätzen hat und eine Entnahme derart vorsichtig gestalten, so dass eine sichtbare Ausdünnung der Haare im Spendergebiet nicht Folge der Behandlung ist. Dieses macht sehr sorgfältige Einschätzungen und Bewertungen erforderlich und ist maßgebend für die umfassenden Fähigkeiten, Kenntnisse, Erfahrungen und das Wissen eines Haarchirurgen. Weiterhin beeinflussen zahlreiche Faktoren das risikofreie und sichere Vorgehen im Bereich des Spendergebietes (Safe Donor Site Management).

Folgende Faktoren sind beim Vorgehen im Bereich des Donor-Gebietes (Safe Donor Site Management) ausschlaggebend und müssen in Entscheidungen einfließen:

⦁    Die Haarcharakteristika
⦁    Haarfarbe (gegenüber Hautfarbe, bzw. Hauttönen)
⦁    Haarlänge
⦁    Haardicke
⦁    Haarstruktur
⦁    Beschaffenheit der Haare, bzw. Haarqualität


2.  Der Hauttyp

Feinste Narben, sogenannte Mikro-Narben sind bei Patienten mit einer dunkleren Haut, besonders bei Patienten mit Hauttyp IV und V der Fitzpatrick-Skala sichtbarer als bei anderen.

3.Die Fläche des Spendergebietes 

Der „sichere“ Spenderbereich

Die mutmaßlich dauerhaft „sicheren“ Spielräume, bzw. Begrenzungen wurden durch mehrere Ärzte aus dem Bereich der Haarwiederherstellung definiert und die Empfehlungen von Dr. Alt und Dr. Unger werden seit Jahrzehnten als Richtlinie angewendet. Es gibt jedoch keine feste Regel, um diesen sicheren Bereich permanent festzulegen, und es ist unmöglich, das Verhalten von Spendergrafts, insbesondere bei jungen Patienten, vorherzusagen.
Auf dem Gebiet der FUE (Follicular Unit Extraction) sind wir geneigt, auf den Spenderbereich als Risikogradienten zu verweisen:

⦁    Bereiche mit einem geringen Risiko oder Hauptspenderbereiche: Flächen, die innerhalb der als sicher angenommenen Spenderbereiche des Hinterkopfes und der Schläfen liegen.
⦁    Bereiche mit einem hohen Risiko oder Nebenspenderbereiche: Flächen, die außerhalb der als mutmaßlich sicher eingeschätzten Bereiche liegen. Entnahmen aus diesen Bereichen erweisen sich als weniger verlässlich und erhöhen das Risiko eines lediglich temporären Überlebens der follikularen Einheiten (FUs). Patienten, die unter gravierendem Haarausfall leiden, neigen mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem altersbedingten Haarverlust in diesen Bereichen. FUs, die hier entnommen werden, sind empfindlicher und somit anfälliger für Haarausfall und bestehen meist aus einer größeren Anzahl telogener Follikel.

⦁    Der Gradient kann auf Bereiche mit einem geringen oder moderaten Risiko und sogar auf mangelhafte Bereiche, deren Nutzung sonst fahrlässig wäre, ausgeweitet und festgelegt werden.

Präoperative Rasur: Kompletter Kurzhaarschnitt gegenüber Makro-Lines

Im Falle einen kompletten Kurzhaarschnitts könnte der Haarchirurg den gesamten Spenderbereich optimal zur Haarentnahme nutzen. Im Gegensatz dazu zwingen Mikro- der Makro-Lines den Haarchirurgen zu einer Entnahme aus einer kleineren Fläche, die nicht nur die Anzahl der zur Entnahme verfügbaren FUs begrenzt, sondern auch eine (stärkere) sichtbare Ausdünnung der Haare in diesen Bereichen verursachen kann.





4. Die verschiedenen anatomischen Bereiche zur Vorbereitung/Entnahme


Die Haardichte variiert im Spenderbereich durchgängig: geringere Dichte im Bereich der Schläfen und Scheitel sowie erhöhte Dichte im Bereich des mittleren Hinterkopfes und des Hinterkopfes. Ebenso verhält es sich mit Haardicke, -länge, -austrittswinkel und -wuchsrichtung in jeder Region des Spendergebietes. FUs werden hauptsächlich aus dem Bereich des Hinterkopfes entnommen, da die hier vorhandenen Haare weniger Androgen-Rezeptoren haben und aus diesem Grund seltener androgenetischem Haarverlust unterliegen. Haare aus dem Bereich der Schläfen sind oft dünner und feiner, weshalb die Entnahme noch sorgfältiger und vorsichtiger vorgenommen werden sollte, um eine optische Ausdünnung zu vermeiden. Es ist wichtig, eine kaschierende Entnahme mit sehr feinen Stichen in den unteren Randbereichen vorzunehmen, da die Mikro-Narben hier, bedingt durch die längeren Inzisionsnadeln, die verwendet werden, oval geformt sind und daher eindeutiger wahrnehmbar und somit sichtbar sind.
 

5.Die Entnahme mit der Punch- oder Stanztechnik

Der FUE-Punch ist ein sehr wichtiger Faktor im Umgang mit dem Spendergebiet.

Verschiedene Faktoren beeinflussen Qualität und Umfang der Entnahme:

⦁    Der Durchmesser des Punchs:
    - der innere Durchmesser
    - der äußere Durchmesser
    - der Schneidendurchmesser, bzw. Durchmesser der Klinge
⦁    Die Klinge:
    - die innere Aufkantung, bzw. der Innenanschliff des Punchs
    - der mittlere Facettenschliff des Punchs
    - die äußere Abschrägung des Punchs
⦁    Der Durchmesser der Klinge, bzw. Schneide:
    - kleiner Punch
    - mittlerer Punch
    - großer Punch
⦁    Die Schärfe der Stanzkante, bzw. der Kante des Punchs (stumpf/abgestumpft oder scharf)
 


6.Die Entnahme-Technik (Tiefe, Dichte der Entnahme/cm², Muster)
 


Die Entnahmetechnik ist der wichtigste und entscheidendste Faktor jeder Haartransplantation. Der Fokus liegt nicht auf der Entnahme der höchstmöglichen Anzahl von Grafts, die Qualität der Extraktion bestimmt im hohen Maße den Erfolg der Behandlung.   

Die Tiefe der Inzisionen

Die Tiefe der Spenderfollikel variiert von Mensch zu Mensch. Diese Haartiefe kann sogar in den verschiedenen Bereichen der Kopfhaut unterschiedlich sein und das Gleiche gilt die Haarcharakteristika. Ein wichtiger Faktor im guten Umgang mit den Spenderbereichen ist das Verständnis für diesen Aspekt, da sich ansonsten die Zahl der Schädigungen erhöhen würde. Aus diesem Grund sollte die Tiefe der Inzisionen sehr sorgfältig bedacht werden, um FUs ohne Beschädigungen zu entnehmen. Nach den ersten durchgeführten Punchs kann der Haarchirurg erkennen, in welcher Tiefe die follikularen Einheiten liegen. Tiefe Inzisionen sind oftmals erforderlich, um eine FU während der Extraktion zu entnehmen. Je tiefer die Inzision, desto höher das Risiko der Beschädigung durch selbige.

Die Entnahmedichte pro cm²

Eine hohe Entnahmedichte pro Quadratzentimeter sollte vermieden werden, um eine Überstrapazierung des Spenderbereiches zu verhindern. Eine gute Strategie ist die Entnahme in unterschiedlichen Dichten pro cm², um eine sichtbare Ausdünnung zu verhindern. Dem Haarchirurgen ist lediglich die Entnahme einer begrenzte Anzahl von FUs pro Quadratzentimeter pro Sitzung möglich. Diese Anzahl richtet sich nach der individuellen Haardichte des Patienten im jeweiligen Spendergebiet.
In Anbetracht der Tatsache, dass kleinere FU-Gruppen und geringere Haardichte meist in den Bereichen der Schläfen und des Scheitels auftreten, können in diesen Regionen vorwiegend weniger FUs pro Quadratzentimeter entnommen werden. Vor dem Hintergrund, dass sich größere FU-Gruppierungen und höhere Dichten hauptsächlich im Bereich des Hinterkopfes befinden, ermöglicht dieses Wissen dem Haarchirurgen die Entnahme von mehreren FUs pro cm² in dieser Region.  






Das Entnahmemuster
Die Gestaltung eines ästhetischen und nicht erkennbaren Spendergebietes:

⦁    Keine Entnahme in „Mikro-/Makro-Lines“ oder kleinen Entnahmebereichen Nutzen Sie immer das komplette Spendergebiet
⦁    Keine Verwendung von „großen“ Punchs Vermeiden Sie die Verwendung von Punchs, die einen größeren Durchmesser als 0, 90 mm haben
⦁    Keine Entnahme benachbarter/direkt nebeneinanderliegender FUs
⦁    Keine Entnahme in vertikalen oder horizontalen „Lines“Wählen Sie FUs nach einem zufälligen Muster aus
⦁    Keine starken/scharfen Entnahmen entlang der Grenzen des Entnahmebereichs Kreieren Sie sogenannte „Daunen-Bereiche“, d. h. entnehmen Sie in den Randbereichen der Entnahmegebiete kaschierend und mit feinen Stichen
⦁    Keine einheitliche Entnahme pro cm² Variieren Sie die Entnahmedichte (10 bis 20 FUs/cm²) abhängig von Haarcharakteristika, beispielsweise Anzahl der FU, Haarwuchswinkel und anatomische Regionen (Scheitel-, Hinterkopf- oder Nackenbereiche)
 

 

The limitations of FUE

Compared to FUT, much fewer hairs can be extracted from the donor area in any one treatment session. In an FUT, the strip of hair is taken from the optimal part of the donor area, meaning that even bald patches between follicular units are removed. By contrast, FUE removes individual hairs or hair units, leaving the bald patches in between. This means that in such areas enough hair needs to be retained to avoid making the removal visible.
This basically means that only about half the amount of hairs can be extracted through FUE than would be taken through FUT. Generally speaking, about 20 - 25% of hairs can be extracted per square cm. This is a major disadvantage, greatly limiting the amount of donor hair. To gain enough donor hair for a transplant, a hair restoration surgeon is therefore often forced to extract hair follicles from above and below the ideal donor area.

Follicular Unit Extraction leaves behind a large number of wounds. Though these are all very small, they can still cause scarring. Such micro-scars can have a negative effect on the surrounding FUs, making any further treatment more difficult as the amount of potential donor hair is reduced.
Although new techniques and instruments have helped reduce these disadvantages, it needs to be stated clearly that FUE is not always the right option for patients with medium or advanced hair loss. A further disadvantage of FUE is that it is generally very time-consuming and causes high lab costs, making it relatively expensive.


Nicht alle Patienten sind für eine FUE geeignet:

Ob, welche, in welcher Zahl follikulare Einheiten beim jeweiligen Patienten entnommen werden können, unterscheidet sich individuell von Patient zu Patient. Bei manchen Patienten können mehrere Hundert follikuläre Einheiten pro Stunde und ohne Schaden für die Haarfollikel entnommen werden, bei anderen nicht. Die Qualität der FU, die Struktur der Haarwurzel und der Haut, die unterschiedlichen Wachstumsrichtungen der Haare je nach Entnahmeregion und einige weitere Faktoren, sind neben der korrekten Entnahmetechnik maßgebliche Faktoren. Aus diesem Grund sind Planung, ausführliche Beratung sowie verschiedene Untersuchungen und Alternativmöglichkeiten so wichtig.


Die Vorteile der FUE auf einen Blick:

⦁    Keine lineare Narbe.
⦁    Verkürzte Zeit der Wundheilung.
⦁    Weniger Schmerzen im Bereich der Spenderzone.
⦁    Vorteilhafte Technik mit einer Tendenz zu verbreiterter Narbenbildung
⦁    Empfehlenswert, um Narben im Spendergebiet zu reparieren, die nicht herausgeschnitten werden können.
⦁    Erweitert das Gebiet der Spenderhaare und vergrößert die Anzahl des Spenderbereiches
⦁    Ermöglicht die Entnahmen von Spenderhaaren aus Körper- und Barthaaren
⦁    Empfehlenswert für Patienten, die nur eine kleine Anzahl Grafts benötigen.
 

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